Greiskraut. Blätter können mit Rucola verwechselt werden. ©Manfred Ruckszio/Shutterstock.com

Aufgrund von Verwechslungen von Blattgemüse, Kräutern und Salaten mit giftigen Pflanzen (Unkräutern) kommt es immer wieder zu Vergiftungen bis hin zu Todesfällen. Jedes Jahr werden vereinzelt Fälle bekannt, wo nicht nur essbare Pflanzen sondern, aufgrund der Ähnlichkeit oder fehlenden Kenntnis, auch giftige Pflanzen versehentlich mit geerntet und gegessen werden. Verwechslungsgefahr besteht z. B. bei Rucola und Greiskraut, bei Erdbeerspinat und Stechapfel-Blättern, bei Bärlauch und Maiglöckchen / Herbstzeitlosen / Aronstab etc.

Giftige Pflanzen kommen überall in der Natur vor und können folglich auch im Gemüsebeet „wild aufgehen“. Mitunter gelangen sie auch durch verunreinigtes Saatgut auf Anbauflächen. KonsumentInnen sollten daher besonders vorsichtig sein, wenn sie Gemüsearten anbauen, die ihnen wenig bekannt sind.

Bärlauchblatt im Vergleich mit Herbstzeitlose und Maiglöckchen. ©emer/Fotolia.de

Nicht nur bei Blattgemüse sondern auch bei Fruchtgemüse kommt es vereinzelt zu Vergiftungen. Insbesondere bei Kürbissen oder Zucchini ist Vorsicht geboten: zum Beispiel können ungenießbare Früchte mit darmschädigenden Bitterstoffen (erkennbar an bitterem Geschmack) entstehen, wenn man selbst Saatgut aus den geernteten Pflanzen anbaut (z. B. wegen Rückkreuzung mit Wildtypen wie Zierkürbissen oder spontaner Rückmutation der Pflanze).

Vergiftungen durch verunreinigte Lebensmittel sind auch bei Getreideprodukten bekannt: bei Hirse oder Buchweizen kam es in den letzten Jahren zu Vergiftungsfällen durch mit Stechapfelsamen kontaminierte Produkte.

Stechapfel mit Blüte. ©AGES/S. Follak

Darauf sollten KonsumentInnen achten:

  • Bei der Ernte von Salaten und Blattgemüse sowie Kräutern, diese auf fremde Pflanzenteile durchsehen und Pflanzenteile, die keinen essbaren Pflanzen zugeordnet werden können, aussortieren.
  • Bekanntes Gemüse das untypisch schmeckt, wie zu bittere Zucchini oder Kürbisse, nicht essen.

Handeln bei Vergiftungssymptomen:

Vergiftungssymptome können sein: verminderter Speichelfluss, Mundtrockenheit, Hauttrockenheit und Hautröte, Magen-Darm-Beschwerden, Pupillenerweiterung, Benommenheit, Sehstörungen, Herzklopfen, Desorientierung und Halluzinationen. Diese Wirkungen treten relativ rasch (5 bis 30 Minuten) nach der Aufnahme auf. Treten derartige Symptome nach dem Verzehr von möglicherweise belasteten Lebensmitteln und daraus hergestellten Speisen auf, suchen Sie unverzüglich einen Arzt/ eine Ärztin auf. Etwaige Speisereste oder die zur Herstellung des Gerichs verwendete Packung sollten der Lebensmittelaufsicht, die für den Wohnort zuständig ist, übergeben werden.

Weitere Informationen:

Sowohl im Bereich Lebensmittelsicherheit als auch bei der Saatgutprüfung sind ExpertInnen der AGES mit der Identifikation und Analyse giftiger Pflanzen befasst.

AGES-Information: Stechapfel-Pflanze
AGES-Information: Tropanalkaloide
AGES-Information: Vorsicht bei bitteren Zucchini und Kürbissen
AGES-Information: Bärlauch, Vorsicht vor giftigen Doppelgängern
AGES Geschäftsfeld Lebensmittelsicherheit
AGES Institut für Saat- und Pflanzgut, Pflanzenschutzdienst und Bienen



Auskunft bei Vergiftungsverdacht:

Österreich:

Vergiftungsinformationszentrale
Stubenring 6
A-1010 Wien
Tel. 01/406 43 43
https://www.goeg.at

Deutschland:

Mehrere Zentralen vorhanden
http://www.vergiftungszentrale.de

Schweiz:

Schweizerisches Toxikologisches Informationszentrum
Klosbachstrasse 107
CH-8030 Zürich
Telefon 145
http://www.toxinfo.ch

Südtirol:

Allgemeiner Notruf: Tel. 118