Bern, 14. Juli 2017: Spargel gehört zu den 10 umsatzstärksten Gemüsen im Schweizer Detailhandel. Dabei finden nach Saisonende ab Ende Juni keine nennenswerten Verkäufe mehr statt. 2017 war die Spargelsaison stark vom Wetter und den daraus resultierenden hohen Detailhandelspreisen geprägt.

Wechselhaftes Wetter als Preistreiber
Das zunächst warme Frühlingswetter hat ermöglicht, dass bereits sehr früh im Jahr die Spargelernte beginnen konnte. Anfang April (Kalenderwoche 14) waren die Detailhandelspreise für die neue inländische Ware hoch. Ende April gab es dann Frostnächte, wovon vor allem die Produktion von grünem Spargel betroffen war (s. Ernterückgang in Woche 17). Infolgedessen blieben die Preise die meiste Zeit höher als im Durchschnitt der drei Vorjahre. Branchenexperten zufolge ging der knappe Schweizer Grünspargel in dieser Zeit vermehrt in die Direktvermarktung. Lediglich Ende Mai (KW22) gab es einen tieferen Preis, nachdem in KW21 mit 61 t mehr als im Durchschnitt der drei Vorjahre (55 t) geerntet wurde.

Herkunft ist entscheidend
Da beim Spargel kein Grenzschutz angewendet wird, konkurriert das heimische Angebot mit der ausländischen Ware. Der Schweizer Markt wird vorwiegend mit ausländischem Spargel bedient, was der Selbstversorgungsgrad von 5,8 % bei grünem Spargel und 9,3 % bei weissem Spargel veranschaulicht. Dieser Wert ist 2017 ungewöhnlich hoch für Weissspargel, da dieses Jahr die Ernte von weissem Spargel mit 432 t deutlich höher war als in den Vorjahren. Der durchschnittliche Detailhandelspreis innerhalb der Saison (Woche 12-27) betrug für importierten Spargel 7.35 Fr./kg (grün) bzw. 9.13 Fr./kg (weiss). Inländischer Spargel hat somit einen mehr als doppelt so hohen Preis erzielt als Importware. Dabei war auch die Importware während der Schweizer Spargelsaison 2017 rund 2% teurer als in der Vergleichsperiode. 



Warenkorb
Saisonbedingt ist der Warenkorbpreis im Mai um rund 6 % gestiegen auf 61.73 Fr.

Umsätze
Im April waren Tomaten das umsatzstärkste Gemüse im Schweizer Detailhandel (21.6 Mio. Fr.), dicht gefolgt von Spargel mit einem Umsatz von 20.7 Mio. Fr.

Grosshandelspreise
Im April gab es ein grosses Angebot an Schweizer Kopfsalat. Die Preise waren mit 0.85 Fr./Stück franko klassischer Detailhandel bzw. 0.78 Fr./Stück franko Gastronomie und Gastronomiegrosshandel tiefer als im Vorjahr.

Importe
Im Mai wurden 2602 t Erdbeeren in die Schweiz importiert. Die meisten Erdbeeren kamen aus Spanien (46%), gefolgt von Italien (37 %).

Ganzer Marktbericht Früchte und Gemüse (externer Link / PDF, 428 kB, 14.07.2017)



Quelle:

Bundesamt für Landwirtschaft BLW
Fachbereich Marktanalysen
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3003 Bern

Tel. +41 58 462 20 65