Foto von li.n.re.: Stephan Kaar, Forum Wellpappe Austria, Tanja Dietrich-Hübner, REWE Group, Max Hölbl, Forum Wellpappe Austria © Schedl

Der Trend zu wiederverwertbaren Verpackungsmaterialien hält an. Wellpappe besteht aus nachwachsenden Rohstoffen und ist biologisch vollständig abbaubar. Die österreichische Wellpappe-Industrie verzeichnete 2016 ein leichtes Absatzplus. Der Online-Handel ist weiterhin ein Wachstumstreiber.

Wellpappe ist ein wahres Naturtalent: Sie ist leicht und trotzdem stabil und lässt sich vollständig recyceln. Dank ihrer perfekten Wellenkonstruktion bietet sie einen schützenden Polster für den Transport von Gütern aller Art und sorgt dafür, dass Lebensmittel oder Computer sicher, hygienisch und qualitativ hochwertig ankommen. Als Transportverpackung Nummer eins leistet die Wellpappe einen wesentlichen Beitrag in der gesamten Lieferkette.

Musterschüler der Kreislaufwirtschaft

„Verpackungen aus Wellpappe sind die Musterschüler der Kreislaufwirtschaft,“ sagt Max Hölbl, seit Jänner 2017 neuer Sprecher des Forum Wellpappe Austria. Sie bestehen zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen und sind biologisch abbaubar. „Andere Packstoffe können davon nur träumen“, so Max Hölbl.

Neben den Fragen der Wirtschaftlichkeit rücken die Umwelteigenschaften von Verpackungen immer mehr ins Zentrum des öffentlichen wie unternehmerischen Interesses. Und so steigt auch die Nachfrage nach Verpackungen aus Wellpappe. Dieses Wachstum vollzieht sich umweltschonend, denn Wellpappe kann heute bis zu 20mal wieder in der Produktion eingesetzt werden. Und es gibt permanente Verbesserungen beim Papierrecycling.

Die Recyclingrate von Wellpappe liegt in Österreich bei 98,8 Prozent – das bedeutet, dass fast 100 Prozent aller gebrauchten Verpackungen aus Wellpappe damit im Rohstoffkreislauf verbleiben und erneut zur Papierherstellung verwendet werden. „Dieser perfekte Kreislauf ist ein wichtiger Grund, warum so viele Unternehmen auf Wellpappe setzen“, so Hölbl.

Verkaufstalent und Image-Bringer

Die Aufgabe der Transportverpackung endet jedoch längst nicht mehr an der Rampe des Supermarkts. Gerade im Regal spielt die perfekte Welle eine weitere Stärke aus: Sie kann hochwertig bedruckt und optimal für die Erfordernisse des Marketings eingesetzt werden. Speziell für den Handel entwickelte Verpackungen aus Wellpappe (Shelf ready Packaging) leisten im Regal einen wichtigen Beitrag zur Schärfung des Markenprofils und unterstützen den Verkauf der Waren.

Der natürliche Rohstoff Wellpappe bringt aber nicht nur viele Umwelt- und Marketingvorteile, sondern punktet vor allem mit seinen hohen Sympathiewerten. „Viele unserer Auftraggeber nutzen Wellpappe als wirksamen Produktschutz und zeigen mit der Verwendung des natürlichen Materials auch ihre ökologische Verantwortung“, so Max Hölbl.

Nachhaltigkeit bei der REWE Group

Als Vorreiter des betrieblichen Klimaschutzes trägt REWE International AG erkennbar und messbar zu einem Nachhaltigkeitswandel in der Wirtschaft bei. „Neben der Erhöhung der Energieeffizienz, der Senkung klimarelevanter Emissionen und der Schonung von Ressourcen leisten wir einen aktiven Beitrag zur Dekarbonisierung bis zum Jahr 2050“, sagt Mag.a Tanja Dietrich-Hübner, Leitung Nachhaltigkeit der REWE Group. Das umfasst Maßnahmen in der Sortimentsgestaltung, der Logistik bis hin zu Reduzierung und Recycling von Verpackungsmaterialen.

„Bei Verpackungen sind Sorgfalt, Innovation und Kreativität gefragt und zunehmend spielen auch ökologische Kriterien eine Rolle“, so Dietrich-Hübner. Besonders bei Lebensmitteln und Drogerieprodukten müssen Verpackungen Multitalente sein, da sie dem Produkt optimalen Schutz und lange Haltbarkeit garantieren, Informationen transportieren und auch noch ansprechend gestaltet sein müssen. „Nachwachsende Rohstoffe haben hier besonders viele Vorteile“, so Dietrich-Hübner.

Ja! Natürlich – Green Packaging

Bereits 2011 startete Ja!Natürlich mit einer Green Packaging Initiative und bietet seitdem Tomaten, Zwiebeln, Zitrusfrüchte, Beeren u.a. in Verpackungen wie Wellpappe, Holzfolien oder Zellulosenetze an. Bei BIPA erhalten Kundinnen und Kunden seit 2012 nur noch Papier- und Permanenttragetaschen. Seit Jahresanfang wurde auch bei BILLA, MERKUR und Penny umgestellt. „Damit werden jährlich 28 Millionen Plastiksackerl eingespart“, so Dietrich-Hübner.

Wellpappe-Industrie: ein sicherer Arbeitgeber

Die Wellpappe Industrie in Österreich beschäftigt 1.985 Mitarbeiter/innen und ist ein verlässlicher Arbeitgeber. Insgesamt steht die Branche mit ihren verbundenen Industrien für einen Beschäftigungseffekt von rund 8.000 Arbeitsplätzen. Auch im Bereich Nachwuchs und Lehrlingsausbildung engagiert sich die Industrie. 92 junge Menschen werden in den Lehrberufen Verpackungstechnik, Papiertechnik, Elektrotechnik, Metalltechnik, IT-Technik, IT-Informatik, Betriebslogistik- und Industriekaufmann/frau ausgebildet. „Eine Lehre bietet ausgezeichnete Berufsperspektiven in unseren Wellpappe-Unternehmen“, ist Stephan Kaar vom Forum Wellpappe Austria überzeugt.

2016: Ein Plus von 1,5 Prozent

Die Österreichische Wellpappe-Industrie hat 2016 insgesamt 979 Millionen m2 Wellpappe geliefert, das ist ein Absatzplus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz ist um 1,5 Prozent auf 500,9 Millionen Euro gestiegen. Die Entwicklung der Wellpappe Industrie entspricht damit dem allgemeinen Wirtschaftswachstum Österreichs für 2016, das laut WIFO bei 1,5 Prozent lag. „Nach eher verhaltenen ersten drei Quartalen gewann vor allem das letzte Quartal deutlich an Dynamik“, so Max Hölbl.

Der Inlandsmarkt verzeichnet ein Plus von 3,8 Prozent (in m2). „Als Wachstums-treiber stellt sich weiterhin der Online-Handel heraus“, so Hölbl. „Der Produktions-anteil für den E-Commerce liegt bei rund sieben bis zehn Prozent.“ Der Export ist leicht rückläufig (-1,0%). Hingegen ist der Import von Wellpappe-Erzeugnissen – plus 7,3 Prozent – gestiegen. Für 2017 rechnet Hölbl mit einem Mengenwachstum und Absatzplus von 1,5 Prozent.

And the Wellpappe Award goes to

Nach dem Erfolg des Vorjahrs schreibt das Forum Wellpappe Austria 2017 den „Wellpappe Austria Award“, den Preis der österreichischen Wellpappe-Industrie, bereits zum dritten Mal aus. Prämiert werden herausragende Produktinnovationen in sechs Kategorien. Einsendeschluss ist der 8. September 2017. Zur Teilnahme aufgerufen sind Verpackungshersteller, Kartonageure, Drucker, Designer, Auftraggeber aus Industrie, Handel, Gewerbe, sowie Lehrlinge der Verpackungstechnik und Jungdesigner. Die Verleihung findet am 9. Oktober 2017 in Wien statt. Die Gewinner sind berechtigt am WorldStar, der internationalen Auszeichnung im Bereich Verpackung teilzunehmen.



Wellpappe-Markt in Österreich 2016

1. Gesamtproduktion & Jahresumsatz

Jahr      Mio m2   + / – %       Tonnen   +/- %     Mio. €    +/- %

2016     978,7       + 1,8        462,716   + 0,9     500,9     + 1,5

2015     961,2           –          458.475       –       493,3        – 

2. Inlandsproduktion & Inlandsumsatz

Jahr      Mio m2   + / – %       Tonnen +/- %     Mio. €    +/- %

2016     587,9        + 3,8        276.146   + 2,8     292,2    + 3,8

2015     566,4           –           268.602       –       281,5       –

3. Export & Exportumsatz

Jahr      Mio m2   + / – %       Tonnen   +/- %     Mio. €   +/- %

2016     390,8        – 1,0         186.570   – 1,7     208,6     – 1,5

2015     394,6           –            189.873      –      211,9        –

4. Import & Importumsatz

Jahr     Tonnen     +/- %         Mio. €      +/- %

2016    133.120    + 7,3          137,6       + 5,0

2015    124.008       –              131,1         –



Quelle:

Forum Wellpappe Austria
Brucknerstraße 8
1041 Wien