Küchenchef Johann Leitner kennt die Vorzüge des heimischen Chinakohls. Bild: © LK-Gartenbau

Chinakohl ist eine interessante Alternative zu spanischem Eissalat oder italienischem Endiviensalat. Erstmals gibt es in der Steiermark roten Chinakohl, der es in der Küche mit italienischem Radicchio aufnimmt.

Februar ist Monat des Chinakohls

Gleich zehn heimische Großküchen und Restaurants (www.steirergemuese.at) haben sich erstmals dieser Aktion der heimischen Chinakohl-Bauern angeschlossen. Sie werden bis Ende Februar ihren Gästen täglich Chinakohl klassisch als Salat oder kreativ und vielfältig von Chinakohl-Suppen über Chinakohl-Rouladen bis hin zur Kohl-Lasagne servieren. Küchenchef Johann Leitner von JH-Catering aus Graz Liebenau, der allein täglich 3.000 Mittagessen an die Firma Magna liefert, sieht die Vorteile: „Steirischer Chinakohl ist fixer Bestandteil auf dem Speiseplan, weil wir bewusst gesunde und heimische Lebensmittel verwenden wollen.“

Geschnittener Chinakohl

Geliefert wird von den Produzenten je nach Wunsch bereits geschnitten und schonend haltbar gemacht, damit diese heimische Wintersalat-Rarität länger frisch bleibt. Oder eben als klassische Salatköpfe direkt aus dem Naturfrischelager der heimischen Produzenten. Mittelfristig wollen wir etwa 25 Prozent unserer heimischen Chinakohl-Ernte an Großküchen vermarkten“, ist Franz Kober, Obmann der rund 100 steirischen Produzenten optimistisch.

Sehr gute Qualität aus dem Naturlager

„Die heurige Chinakohl-Qualität ist ausgezeichnet, weil er trocken ins Naturlager kam und die Nächte bisher entsprechend kalt waren. Sehr zufrieden sind wir auch mit den Erntemengen“, schwärmt Kober. Luft nach Oben hat allerdings der Produzenten-Preis.

Roter und weißer Chinakohl. © LK-Gartenbau
Roter und weißer Chinakohl, wobei der rote die Rolle einer „Rarität“ einnimmt Bild:© LK-Gartenbau

Chinakohl ist steirischer Wintersalat. Erstmals roter Chinakohl

Zurzeit ist Chinakohl als heimisches und saisonales Gemüseprodukt sehr begehrt und noch bis Ende des Winters verfügbar. Chinakohl wird Anfang August gesät und Ende Oktober, Anfang November geerntet. Anschließend wird er in gut isolierte Kisten verpackt und ohne technische Kühlung gelagert. Eine Lagerung ist bis in den März problemlos möglich, die gute Qualität bleibt dabei erhalten. Erstmals gibt es Chinakohl auch in roter Farbe. Diese ausgesprochene Rarität ist ein beliebter Hingucker auf dem winterlichen Salatteller.

Mild, leicht verdaulich und absolut kalorienarm

Chinakohl ist ein mildes und leicht verdauliches Kohlgemüse. Seine geschmacks-bestimmenden Senföle und die Ballaststoffe fördern die Verdauung und entgiften den Darm. Ein besonders hoher Vitamin C-Gehalt, etwas Vitamin B, Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Phosphor, sekundäre Pflanzenstoffe mit nur 13 bis 16 Kalorien je 100 Gramm zeichnen den Chinakohl aus. Die besondere ernährungsphysiologische Bedeutung des Chinakohls liegt aber in seinen hochwertigen Aminosäuren: Das Blatt-Eiweiß macht gut zwei Prozent aus. Chinakohl kann somit Vegetariern als wichtiger Eiweißlieferant dienen. Besonders wertvoll ist sein vergleichsweise hoher Gehalt an Folsäure, der die Blutgefäße gesund hält und unentbehrlich für die Zellbildung und -teilung ist. Da Chinakohl auch aus dem Lager erhältlich ist, ist er besonders in den Wintermonaten eine sehr wertvolle Stärkung.

Steiermark ist Chinakohl-Land

Die regionale Herkunft der Lebensmittel wird den Konsumenten immer wichtiger. Sie schätzen kurze Transportwege um das Klima zu schützen. Rund 100 steirische Gemüsebaubetriebe kultivieren auf etwa 300 Hektar dieses gesunde Wintergemüse. Die Steiermark ist somit der größte Produzent in Österreich. Das Kerngebiet des steirischen Chinakohlanbaus liegt in den Bezirken Weiz, Hartberg-Fürstenfeld und Südoststeiermark.