Marburg: Stadt und Stadtmarketing arbeiten an Markt-Konzept

    Unterschriften für Oberstadt-Markt

    © Stadt Marburg, Patricia Grähling

    Einen attraktiven Markt im Herzen der Oberstadt – diesen Wunsch haben die Deutsche Universitätsstadt Marburg und die Bürgerinitiative „Lebensqualität in der Oberstadt“ gemeinsam. Die BI sammelte Unterschriften, um die Bedeutung des Marktes für die Marburgerinnen und Marburger hervorzuheben. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies und Stadtverordnetenvorsteherin Marianne Wölk haben diese Unterschriftenliste nun im Rathaus entgegengenommen und mit den Vertreterinnen und Vertretern der BI über Ideen für den Markt gesprochen.

    Wie kann der Wochenmarkt auf dem Marktplatz attraktiver gestaltet werden, um ihn neu zu beleben? Mit welchen Ideen können neue Marktbeschickerinnen und Marktbeschicker gewonnen und vermehrt Kundinnen und Kunden auf den Marktplatz gelockt werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Universitätsstadt Marburg und das Stadtmarketing bereits intensiv. „Die Unterschriftenaktion zeigt, dass nicht nur der Stadtpolitik ein Wochenmarkt im historischen Ambiente vor dem Rathaus wichtig ist, sondern dass er auch von den Menschen in der Oberstadt gewünscht und unterstützt wird“, so das Stadtoberhaupt. Die Märkte Marburgs seien schließlich ein wichtiger Teil der Nahversorgung. „Außerdem dienen sie der Stärkung der regionalen Erzeuger und sind nicht zuletzt ein Treffpunkt für unsere Bürgerinnen und Bürger und ein Ort der Kommunikation.“

    „Der Markt ist immer kleiner geworden. Wir möchten Sie mit der Unterschriftenliste darum bitten, dass Sie sich für den Erhalt und die Erneuerung des Marktes in der Oberstadt einsetzen“, sagte Josefa Zimmermann von der BI „Lebensqualität in der Oberstadt“. Sie übergab 1400 Unterschriften von Anwohnerinnen und Anwohnern sowie Kundinnen und Kunden.

    Die Neugestaltung des Marktes wird für die Stadt Marburg dabei ein Element der Quartiersentwicklung für die Oberstadt sein, die Entwicklung des Marktes kann davon nicht losgelöst betrachtet werden. „Bei einer Gesamtstrategie für Oberstadt müssen alle Beteiligten einbezogen werden und mitarbeiten“, sagte Thomas Spies. Den entsprechenden Auftrag für eine Konzepterstellung hatte die Stadtverordnetenversammlung mit Beschluss vom September erteilt, wie der OB ausführte. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang bei der Stadtverordneten Andrea Suntheim-Pichler, die den Anstoß gegeben habe. „Wir freuen uns, dass ein solches Konzept aufgestellt werden soll“, sagte Zimmermann.

    Durch ein Gesamtkonzept soll zugleich sichergestellt werden, dass das Marktgeschehen zum Charakter und zu den Entwicklungen des Quartiers Oberstadt passt. So ist die Bevölkerung in der Oberstadt laut Spies in den vergangenen zwei Jahrzehnten von 1200 auf 3800 Menschen gewachsen – die Bevölkerungsstruktur habe sich aber geändert, was offenbar auch für die Bedürfnisse an das Angebot vor Ort gelte.

    Die unterschiedlichen Akteure und Interessensgruppen in der Oberstadt werden im Laufe des Prozesses in die Erarbeitung des Entwicklungskonzeptes einbezogen. Die Konzepterstellung soll bis Ende 2018 erfolgen. Die Universitätsstadt will jedoch bereits im Laufe des kommenden Jahres einige Maßnahmen umzusetzen. Die zügige Neugestaltung des Oberstadtmarktes gehört zu den Schwerpunkten, die Priorität haben.

    Die Universitätsstadt Marburg und das Stadtmarketing arbeiten für einen Konzeptentwurf eng zusammen, wie Daniela Maurer, stellvertretende Geschäftsführerin des Stadtmarketings, bei der Übergabe der Unterschriften ausführte. Das künftige Marktgeschehen soll dabei auf die speziellen Bedürfnisse des Quartiers Oberstadt abgestimmt werden – in enger Abstimmung mit den Akteurinnen und Akteuren, die sich mit ihren Wünschen und Ideen einbringen können, sobald ein erster Entwurf vorliegt. „Es gibt viele Möglichkeiten, wie ein Marktgeschehen attraktiver gestaltet werden kann. Bei allen Ideen legen wir aber großen Wert darauf, dass die derzeitigen Standbetreiber in die Planungen eingebunden sind, ebenso wie die Akteurinnen und Akteure der Oberstadt“, betonte Spies gegenüber den Vertreterinnen und Vertretern der Bürgerinitiative.

    Aktuell sind Maurer, Dr. Stefan Blümling, Fachdienstleiter für Stadt-, Regional- und Wirtschaftsentwicklung, sowie Ute Wieder, Fachdienstleiterin für Gefahrenabwehr und Gewerbe, noch mit der Ideensammlung befasst, wie sie im Gespräch mit der BI erläuterten. Dabei stellten sie erste Ideen vor – etwa eine Veränderung der Öffnungszeiten in den späten Nachmittag und frühen Abend hinein, um so eine regionale Einkaufsmöglichkeit im Feierabend und einen Treffpunkt für die Marburgerinnen und Marburger zu schaffen. In diesem Zuge könnte auch die Weiterentwicklung hin zu einem Erlebnismarkt oder einem Spezialitätenmarkt mit Verkostungen überlegt werden. Aktuell ist der Markt in der Oberstadt ein sogenannter „grüner Markt“, auf dem nur bestimmte Waren angeboten dürfen – etwa Lebensmittel für den alltäglichen Bedarf.