Weinernte und Weinbestand 2017 Endgültiges Ergebnis

Laut „Statistik Austria“ wurde für das Jahr 2017 mit Stichtag 30. November eine Weinernte von 2,5 Mio. hl ermittelt, ein Plus von 27% im Vergleich zu 2016 und auch mehr (+15%) als im Ernteschnitt der letzten fünf Jahre. Nach mehreren schwächeren Weinernten in den letzten Jahren konnte somit 2017 wieder eine überdurchschnittliche Ernte eingebracht werden. Rotwein erzielte gegenüber der sehr geringen Erntemenge des Vorjahres einen Zuwachs von +53% (+13% im Vergleich zum Fünfjahresschnitt), und auch bei Weißwein stieg die Erntemenge gegenüber dem Jahr 2016 sowie dem Fünfjahresschnitt jeweils um 17%.

Nach den katastrophalen Spätfrösten des Vorjahres wurden zwar auch 2017 wieder verbreitet Frostschäden verzeichnet, diese hatten jedoch deutlich geringere Ausfälle zur Folge. Auch die in vielen Gebieten langanhaltende Trockenheit im Juni und Juli dürfte in Summe nur kleinräumigere Ernteeinbußen verursacht haben, da die Hitze- und Dürreperiode von geringfügigen Niederschlägen begleitet war und durch massive Niederschläge zu Reifebeginn beendet wurde. Somit konnten in Summe überdurchschnittliche Weinerntemengen heranreifen, wobei auch die Qualität und Gesundheit des Traubenmaterials aufgrund der sonnigen Witterungsbedingungen größtenteils als sehr hoch eingeschätzt wurde.

Im Burgenland, das im Vorjahr wegen des Spätfrostes besonders hohe Einbußen verzeichnet hatte, wurde 2017 mit einer Weinernte von 731.000 hl ein Plus von 123% gegenüber 2016 erzielt. Damit wurde der Ernteschnitt der letzten fünf Jahre um 27% übertroffen. Die höchsten Erntezuwächse wurden aus dem Gebiet Neusiedlersee (+159% zu 2016) berichtet. In Summe profitierten sowohl Weißweine (308.200 hl; +121% zu 2016) als auch Rotweine (422.800 hl; +123% zu 2016) von den günstigeren Witterungsbedingungen.

Eine ähnliche Ertragssituation zeigte sich für steirische Winzer. Mit 256.200 hl wurde eine im Vergleich zum Vorjahr um 203% höhere Weinernte erzielt, was ein Plus von 38% gegenüber dem Fünfjahresschnitt bedeutet.

Auch Wien konnte mit 26.300 hl gegenüber dem Vorjahr (+4%) und im Vergleich zum Fünfjahresschnitt (+17%) zulegen. Damit wurde das höchste Ergebnis seit 20 Jahren erzielt.

Für Niederösterreich stand mit 1,5 Mio. hl um 3% weniger Wein als 2016 zur Verfügung, der Ernteschnitt der letzten fünf Jahre wurde jedoch mengenmäßig um 8% übertroffen. Ernteeinbußen verzeichneten das Weinviertel (742.700 hl; -11% zu 2016) aufgrund der langen Trockenheit, und das Kremstal (126.400 hl; -15% zu 2016), das besonders von Spätfrösten betroffen war. Alle anderen Gebiete konnten teils deutlich überdurchschnittliche Produktionsmengen einfahren. So verzeichneten die im Vorjahr durch Spätfrost schwer geschädigten Gebiete Thermenregion (+33% zu 2016), Wachau (+16% zu 2016) und Carnuntum (+26% zu 2016) deutliche Erntezuwächse.

Im Hinblick auf die Weinprodukte standen bei Qualitäts- und Prädikatsweinen mit 2,3 Mio. hl (+26% zu 2016) deutlich höhere Mengen zur Verfügung, wobei dies in erster Linie rote Qualitäts- und Prädikatsweine (768.300 hl; +50% zu 2016) betraf, während hoch qualitative Weißweine (1,6 Mio. hl; +16% zu 2016) geringere Zuwächse zeigten. Im Segment Wein/Landwein (inkl. Sortenwein und Sturm) wurde mit 122.800 hl ein Plus von 67% verglichen mit dem Vorjahr ermittelt. Dabei stieg das Volumen an rotem Wein/Landwein um 130% und das Volumen an weißem Wein/Landwein um 40%.

Der Weinbestand 2017 (Stichtag 31. Juli) zeigte mit 2,4 Mio. hl (-3% zu 2016) ein leichtes Minus, womit sich der leicht rückläufige Trend der letzten Jahre fortsetzt. Besonders deutlich fiel der Lagerrückgang in der Steiermark (-21% zu 2016) und im Burgenland (-14%) aus. Hingegen nahmen in Niederösterreich (+3% auf 1,5 Mio. hl) und Wien (+7%) die Weinbestände leicht zu. Rotweine wiesen mit 1,0 Mio. hl (-11% zu 2016) deutliche Lagerrückgänge auf, während Weißweine mit 1,3 Mio. hl (+3% zu 2016) einen leichten Zuwachs verzeichneten.

Am Sektor der Qualitäts- und Prädikatsweine nahmen die Bestandsreserven auf 1,9 Mio. hl (-3% zu 2016) leicht ab, wobei für Niederösterreich, wo sich das umfangreichste Qualitäts- und Prädikatsweinlager (1,3 Mio. hl; Anteil von 68%) befand, ein Plus von 6% erhoben wurde. Im Burgenland (-15%) und in der Steiermark (-32%) gingen hingegen die Bestände gegenüber 2016 deutlich zurück.

Bei Wein/Landwein (inkl. Rebsortenwein und Sturm) wurde ein anhaltend starker Lager-Abbau auf nunmehr 230.500 hl (-8% zu 2016) notiert, wobei damit 31% weniger als im Fünfjahresmittel gelagert war. Das Wein/Landweinlager setzte sich aus 148.000 hl Weißwein (-4% zu 2016) sowie 82.500 hl Rotwein (-15% zu 2016) zusammen.

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