Ribiseln (Johannisbeeren), erreichten mit 1.600 Tonnen etwas mehr als die doppelte Erntemenge wie im Vorjahr (+109%) und notierten damit sogar 9% über dem langjährigen Mittel.

Obsternte 2017 – 6. Bericht, endgültige Ergebnisse

Die heurige Obstproduktion war zum zweiten Mal in Folge von der Spätfrostsituation im April geprägt, infolge derer vielerorts hohe Ertragsausfälle zu beklagen waren. Dennoch lag die Obsternte für fast alle Früchte deutlich über Vorjahresniveau – bei wenigen Obstarten wurde sogar ein überdurchschnittliches Ernteergebnis erzielt.

Im Erwerbsobstbau wurde (ohne Holunder und Aronia) eine stark unterdurchschnittliche Produktion von 160.000 Tonnen verzeichnet (-31% zum Zehnjahresmittel). Verglichen mit dem sehr schwachen Vorjahresergebnis ergab sich jedoch ein Plus von 90%.

Die Produktionsmenge von Kernobst belief sich auf 135.500 Tonnen, was nur zwei Dritteln einer Durchschnittsernte entsprach. Gegenüber dem katastrophalen Vorjahreswert konnte jedoch die Erntemenge deutlich gesteigert werden (+107%). Bei Äpfeln, die 95% der Kernobsternte ausmachten, betrug die Produktionsmenge 129.400 Tonnen (+113% zu 2016) und bei Birnen fiel eine Ernte von 6.200 Tonnen an (+29% zu 2016), die somit 28% unter dem langjährigen Mittel notierte.

An Steinobst wurden 8.900 Tonnen produziert. Die Ernte lag damit 35% über Vorjahresniveau aber 28% unter dem Zehnjahresmittel. Bei Marillen belief sich die Erntemenge auf 5.000 Tonnen, was 18% über dem Wert von 2016 und 5% unter dem langjährigen Mittel lag. Die höchsten Ertragswerte wurden mit 11 Tonnen/ha aus dem Burgenland gemeldet, aber auch in Niederösterreich wurde in Anbetracht der Frostsituation im Frühjahr noch ein vergleichsweise passables Ertragsniveau erreicht (6,5 t/ha). Pfirsiche erbrachten nur eine stark unterdurchschnittliche Produktion (-43% zum Zehnjahresmittel) von 1.100 Tonnen, gegenüber dem Vorjahr konnte jedoch eine höhere Ernte verzeichnet werden (+45% zu 2016). Bei Kirschen und Weichseln wurde ebenfalls nur eine unterdurchschnittliche Erntemenge erzielt (-12% zum langjährigen Mittel). So wurden 1.400 Tonnen Kirschen – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr (+108%) – und rund 140 Tonnen Weichseln geerntet (+45% zu 2016). An Zwetschken wurden mit 1.300 Tonnen ebenfalls deutlich mehr Früchte als im Vorjahr produziert (+50%), die Ernte lag dennoch nur bei etwas über einem Drittel eines Normaljahres.

Beerenobst (ohne Holunder und Aronia) erzielte eine Erntemenge von 15.200 Tonnen (+28% zu 2016; -11% zum Zehnjahresmittel). Die Erdbeerproduktion belief sich auf 11.600 Tonnen (+18% zu 2016) und blieb demnach um 16% unter Normalniveau. Während in Ober- und Niederösterreich sogar ein überdurchschnittliches Ertragsniveau erzielt wurde, waren in der Steiermark und im Burgenland deutlich geringere Erträge zu verzeichnen.

Ribiseln erreichten mit 1.600 Tonnen etwas mehr als die doppelte Erntemenge wie im Vorjahr (+109%) und notierten damit sogar 9% über dem langjährigen Mittel.

Bei Himbeeren wurde ebenfalls eine überdurchschnittliche Produktion von 1.100 Tonnen erzielt, womit gegenüber dem schwachen Vorjahresergebnis fast drei Viertel mehr zur Verfügung standen (+71%). An Heidelbeeren waren diesjährig 900 Tonnen, hauptsächlich aus steirischem Anbau, verfügbar. Damit lag die Erntemenge im Bereich des langjährigen Durchschnitts (+2%) und 35% über Vorjahresniveau.

Bei Walnüssen wurde eine leicht unterdurchschnittliche Produktion von 330 Tonnen erzielt, womit ein deutlich besseres Ergebnis als 2016 erzielt werden konnte (+293%).

Bei Holunder, dessen Früchte vornehmlich in der Lebensmittelfarbstofferzeugung Verwendung finden, betrug die Produktion 8.900 Tonnen (+28% zu 2016), was nahezu einer Durchschnittsernte entsprach (-2%).

In Extensivobstanlagen (Landwirtschaftlicher Streuobstbau) wurde bei Winteräpfeln zwar ein Plus von 39% zum Vorjahr verzeichnet, der Ertrag war aber fast ein Fünftel (-17%) niedriger als in einem Normaljahr. Auch bei Winterbirnen ergab sich zum Zehnjahresmittel ein Minus von 20%; der Ertrag lag aber deutlich über Vorjahresniveau (+28%). Etwas besser war die Ertragslage bei Mostbirnen, wo mehr als die doppelte Erntemenge wie im Vorjahr eingebracht wurde (+132% zu 2016). Bei Sommeräpfeln wurde eine um 12% höhere Ernte als 2016, an Sommerbirnen eine um knapp ein Viertel höhere Ernte (+23%) als im Vorjahr erreicht.

Das Ertragsniveau von Marillen fiel durchschnittlich aus (-1% zum Zehnjahresmittel) und lag 47% über dem Vorjahreswert. Bei Pfirsichen wurden trotz unterdurchschnittlicher Ertragslage (-14%) Zuwächse von 55% gegenüber dem Jahr 2016 erzielt. Auch bei Zwetschken fiel die Ernte heuer um 22% höher aus als im vergangenen Jahr, der Ertrag lag aber 34% unter Normalniveau.

Die Ernte von Kirschen und Weichseln fiel zwar rund 10% unter dem langjährigen Mittel aus, dennoch war der Ertrag von Kirschen um 45% höher als 2016 und auch bei Weichseln stand ein Drittel mehr als im Vorjahr zur Verfügung (+33% zu 2016). Der Walnussertrag fiel ebenfalls unterdurchschnittlich aus (-27%), obgleich zum Vorjahr ein Plus von 79% verzeichnet wurde.

Die Produktionsmenge von Ribiseln lag 9% unter dem langjährigen Mittel, war jedoch um ein Viertel höher als 2016 und bei Stachelbeeren ergab sich ein Plus von 16% zum Vorjahr.

Erläuternde Hinweise/Definitionen:

Erwerbsobstanlagen (Intensivobstanlagen) sind üblicherweise nach einem regelmäßigen System gepflanzt, weisen einen guten, zur Erzeugung von hochwertigem Tafelobst geeigneten Pflegezustand auf und werden zur Gänze oder überwiegend gewerbsmäßig genutzt.

Ertragsfähige Fläche im Erwerbsobstbau: Als ertragsfähige Fläche – oder gemäß Verordnung (EG) Nr. 543/2009 „Produktionsfläche“ – wird jene Fläche bezeichnet, die potentiell abgeerntet werden kann. Junganlagen, die noch keinen Ertrag bringen, sind ausgeschlossen. Diese Fläche weicht daher von der Gesamtobstfläche lt. Erhebung der Erwerbsobstanlagen ab und bildet die Basis für die Produktionsberechnung in der Erntestatistik.

Extensivobstanlagen umfassen Obstbestände auf Wiesen- und Weideflächen (Streuobstbau) oder in Obstgärten, deren Ernte vornehmlich für den Eigengebrauch (Tafel-/Wirtschaftsobst) oder für Verarbeitungszwecke (z. B. Saft, Most) bestimmt ist. Oft handelt es sich um Hochstämme unterschiedlichen Alters und Pflegezustands; meist unregelmäßig gepflanzt, auch in gemischter Kultur.

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Obsternte 2017 Endgültige Ergebnisse

Quelle: STATISTIK AUSTRIA