Heidelbeeren überholen Himbeeren

Bern, 21. Dezember 2017: Beeren liegen im Trend, insbesondere Heidelbeeren und Himbeeren. Die kleinen blauen und roten Früchte liegen in der Gunst der Konsumenten heutzutage weit oben. So hat sich die Nachfrage nach Heidelbeeren und Himbeeren zusammen seit dem Jahr 2010 mehr als verdreifacht (von 3000 Tonnen auf 9500 Tonnen). Beim Grenzschutzregime zeigen sich bei diesen beiden Kulturen jedoch deutliche Unterschiede.

Heidelbeeren überholen Himbeeren

Die Konsumentenpreise weisen seit 2011 für beide Beeren einen rückläufigen Trend auf. Wurde für Heidelbeeren im Jahr 2011 ein Konsumentenpreis von durchschnittlich 26.90 CHF pro Kilo bezahlt, bewegte sich der Durchschnittspreis im Jahr 2016 noch bei 21.50 CHF pro Kilo (- 20 %). Bei Himbeeren ist im selben Zeitraum eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. So hat sich der durchschnittliche Konsumentenpreis für Himbeeren von 25.90 auf 21.60 CHF pro Kilo reduziert, was einem Rückgang von 16.5 % entspricht. Der durchschnittliche Importpreis verläuft seit 2011 insgesamt ziemlich konstant: Bei Heidelbeeren zwischen 10.20 und 11.40 CHF pro Kilo, bei Himbeeren zwischen 11.90 und 13.40 CHF pro Kilo.

Heidelbeeren ohne Grenzschutz

Auch wenn die beiden Beeren in der näheren Vergangenheit vergleichbare Entwicklungen aufweisen, so gibt es zwischen den beiden Kulturen ebenso deutliche Unterschiede, insbesondere im Grenzschutzregime. Heidelbeeren verfügen im Gegensatz zu Himbeeren über keinen Grenzschutz. Das heisst, Heidelbeeren können jederzeit zollfrei in die Schweiz eingeführt werden, wohingegen bei Himbeeren ein Zollkontingent mit tiefem Kontingents-Zollansatz und hohem Ausserkontingents-zollansatz (AKZA) besteht. Dabei gilt der Aussenkontingentszollansatz dann, wenn die Ernte in der Schweiz läuft. Dieser Unterschied zeigt sich sehr deutlich bei der Mengenentwicklung der beiden Kulturen. Bei Himbeeren sind jedes Jahr zwei deutliche Spitzen zu erkennen (hellrote resp. dunkelrote Fläche in der rechten Begleitgrafik). Bei Heidelbeeren wird die kleine dunkelblaue Schweizer Erntemenge von der hellblauen Importmenge umschlossen, was bedeutet, dass fortlaufend Heidelbeeren importiert werden (linke Begleitgrafik). Dementsprechend werden über das ganze Jahr durchgehend mehr importierte als inländische Heidelbeeren angeboten.

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Inlandanteile nehmen ab

Der Unterschied im Grenzschutzregime ist historisch bedingt. War der Heidelbeerkonsum- und -anbau bis weit in die 2000er-Jahre marginal, so hat die Himbeere in der Schweiz eine gewisse Tradition in Anbau sowie Konsum, was das heutige Grenzschutzregime erklärt. Mit Aufkommen der Heidelbeeren unterstützte der Bund bis zum Jahr 2011 den Anbau von Heidelbeeren im Rahmen der Förderung von „innovativen Kulturen“ mit Beiträgen. Am Grenzschutz wurde hingegen nichts geändert. Insgesamt führte dies dazu, dass die Anbauflächen deutlich ausgebaut wurden und sich die Inlandproduktion bis zum Jahr 2014 auf 458 Tonnen erhöhte. Zwei geringe Ernten in den letzten beiden Jahren (trotz weiter gestiegener Anbauflächen) sowie der weiter anhaltende Nachfrageboom nach Heidelbeeren haben dazu geführt, dass der Marktanteil der inländischen Produktion von 14 % im 2014 wieder auf 6.5 % zurück gegangen ist.

Bei Himbeeren hat der Inlandanteil ebenfalls abgenommen. Lag der Inlandanteil im Jahr 2006 noch bei über 60 %, so ist dieser bis im Jahr 2016 auf 34 % zurückgegangen. So hat insbesondere die zum AKZA importierte Himbeermenge in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Aufgrund des Konsumverhaltens ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung auch in den kommenden Jahren noch weiter geht, wobei auch bei Heidelbeeren mittelfristig ein Abflachen des Konsums zu erwarten ist.

Download: Marktbericht Land-und Ernährungswirtschaft (PDF, 446 kB)