Apfel-Sortierung Obsthalle Sursee Foto: Jonas Ingold

Die Hälfte der Apfelernte ist nach dem widrigen Frühling 2017 ausgeblieben. Besserung erwartet der Handel erst ab Juni, so der SFR in einer heutigen Meldung. Obstbauern sind die Nächte des frostigen Frühlings von 2017 noch in lebendiger Erinnerung. Jetzt erreichen die Spätfolgen auch den Schweizer Arbeitsmarkt. Weil den Obsthändlern die Schweizer Früchte ausgehen, verlieren viele Angestellte vorübergehend ihren Arbeitsplatz.

Bei der Obstverarbeitung in Sursee stellt die Agrargenossenschaft Fenaco deshalb den Betrieb voraussichtlich zwischen Februar und Juli 2018 ein und wird während dieser Zeit – Kurzarbeit einführen. Auch die Obsthalle im thurgauischen Bischofszell der Tobi Seebst AG, dem größten Obsthändler der Ostschweiz, spürt die sehr spezielle Situation, wie Tobi-Geschäftsführer Benno Neff gegenüber dem SRF erklärte.

25 Mitarbeitende des Ostschweizer Obsthändlers sind derzeit von Kurzarbeit betroffen, zudem werden die Auswirkungen im Frühling auch weiteres Personal treffen, wenn sich die Lagerhallen noch weiter geleert haben. So werden dann 70 Angestellte vorübergehend zu Hause bleiben müssen.

Die Schweizer Ernteausfälle werden mit einer Importausnahme des Bundes durch Obstimporte aus dem Ausland kompensiert. Der Bund hat hierzu, zu Jahresbeginn ein Ausnahmekontingent von 8000 t Äpfeln bewilligt. Zufuhren aus dem Ausland sind normalerweise erst ab Monat/Juni regulär erlaubt.

Andere Betriebe versuchen die Ausfälle mit internen Maßnahmen abzufedern. Hoffnung liegt jetzt in der neuen Ernte 2018, welche ihren Auftakt mit der Beeren- und Kirschenernte ab Juni hat. Viel Glück.