Media Service: Politik nimmt Amazon ins Visier

Handelszeitung.ch

Zürich (ots) – Noch ist unklar, ob und wann der Markteintritt von Amazon in den Schweizer Markt erfolgt. Trotzdem versetzt das erwartete Eintreffen des US-Internetriesen das Parlament in helle Aufregung. Parlamentarier von links bis rechts befürchten eine Benachteiligung von Schweizer Anbietern und fordern Gegenmaßnahmen, wie die «Handelszeitung» berichtet.

Regula Rytz, Präsidentin der Grünen, kritisiert die «beängstigenden Arbeitsbedingungen» in den ausländischen Logistikzentren von Amazon. Diese können dem US-Händler gegenüber dem Schweizer Detailhandel einen inakzeptablen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Die Berner Nationalrätin fordert vom Bundesrat, Maßnahmen zur Sicherung eines fairen Wettbewerbs ohne Sozial- und Umweltdumping zu prüfen. Zugleich soll der Bundesrat in einem Bericht die Auswirkungen des Online-Handels auf den Städtebau, die Verkehrsentwicklung und das Steueraufkommen darlegen.

SVP-Nationalrat und Bauernpolitiker Marcel Dettling ist derweil besorgt, dass über den Handelsriesen Amazon unkontrolliert ausländische Lebensmittel in grossem Stil ins Land gelangen könnten. Er verlangt Auskunft vom Bundesrat darüber, wie dieser die geltenden Bestimmungen im Tier-, Umwelt- und Gesundheitsschutz einhalten will. Die grünliberale Nationalrätin Tiana Angelina Moser schliesslich fordert vom Bundesrat, konkrete Massnahmen gegen die Bevorteilung chinesischer Online-Händler gegenüber Schweizer Anbietern an die Hand zu nehmen.

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