Landesrat Schuler, der Südtiroler Bauernbund, die VOG, der HGV und IDM erläutern ihre Position

Stellungnahme zum Interview mit Ulrich Veith

Wie in der Presse bereits berichtet, hat der Bürgermeister Ulrich Veith der Zeitschrift GEO Saison zum Pflanzenschutzverbot in der Gemeinde Mals und dem daraus resultierenden Tourismusboom ein Interview gegeben. Aus den Aussagen von Veith gegenüber GEO Saison geht hervor, dass die Südtiroler Landwirtschaft durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vorsätzlich und nachweislich der Gesundheit der Bevölkerung, speziell Kindern und den Gästen Südtirols schade. Er rät daher dem Gast von Spaziergängen in Obstbaugebieten ab, weil diese gesundheitsgefährdend seien. Schließlich stellt der Bürgermeister fest, dass „Agrarkonzerne, Bauernverbände und die Landespolitik mit Grabschändungen, angedrohten Amtsenthebungsverfahren und gekürzten Gemeindefinanzierungen“ auf das Pflanzenschutzverbot in der Gemeinde Mals reagieren.

„Wir nehmen diese Aussagen mit großer Sorge und großem Bedauern zur Kenntnis, weil hier mit unwahren Unterstellungen nicht nur wirtschaftlicher Schaden verursacht wird, sondern tiefe Gräben in der Gesellschaft aufgerissen werden“, so reagieren Landesrat Arnold Schuler, Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler, VOG Präsident Georg Kössler und IDM Präsident Hansi Pichler einstimmig auf die Vorwürfe Veiths. Ganz offensichtlich haben die Fakten in der Diskussion um den Pflanzenschutz in Südtirol längst keine Bedeutung mehr, die genannten Argumente bedienen ausschließlich die Emotionen. „Wir sind der Bauernbund aller Bauern, der integrierten und der biologischen. Wir führen keinen Glaubenskrieg, sondern wir arbeiten sachlich und verantwortungsbewusst an einer nachhaltigen Weiterentwicklung der Südtiroler Landwirtschaft. Aus diesem Grund trifft es uns schwer, wenn mit solchen Unwahrheiten die Bevölkerung verunsichert wird“, stellt Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler klar fest.

„Die Mitglieder unserer Genossenschaften halten sich an vorgegebene Qualitätsstandards, die strenger sind, als es die EU-Normen vorgeben, weil wir konsequent auf Qualität setzten und nur so am hart umkämpften Markt bestehen können. Diese Tatsache muss man einfach zur Kenntnis nehmen“, ergänzt Georg Kössler, Präsident Südtiroler Apfelkonsortium. Es kann nur im Interesse der Bauern sein, den Einsatz von Pflanzenschutz so weit wie möglich zu reduzieren, weil damit Kosten gesenkt werden und weil der Markt naturnahe Produkte nachfrägt. Gleichzeitig ist dies eine Entwicklung, in der man Umstellungszeiten, Forschungsergebnisse und die Dynamik der Märkte berücksichtigen muss. Mit dem Schüren von Polemiken wird diese mit Sicherheit nicht beschleunigt, sondern das Selbstvertrauen der Bauern und letztlich aller Südtiroler nachhaltig geschwächt. „In meiner Rolle als Landesrat für Landwirtschaft stelle ich mich gerne jeder Diskussion und bin offen für jeden neuen Ansatz. Dabei setze ich auf Fakten, auf gegenseitigen Respekt und auch darauf, dass der Apfelanbau die Einkommensgrundlage von 8.000 Südtiroler Familien ist, die allesamt nicht das geringste Interesse daran haben, Land und Leute zu vergiften“, so Landesrat Arnold Schuler in seiner Stellungnahme.

Welche Auswirkungen hat es auf den Tourismus, wenn diese Diskussion in deutschen Leitmedien geführt wird? „Sicherlich keine positive, so IDM Präsident Hansi Pichler und HGV Präsident Manfred Pinzger. „Südtirol hat in den Märkten einen sehr guten Ruf, der durch derlei Aussagen auch nicht zerstört wird. Trotzdem schaden die Worte von Ulrich Veith in GEO Saison dem Tourismus, weil sie ausschließlich seine persönliche Sicht der Dinge darstellen und dem Leser einen einseitigen und damit falschen Eindruck unseres Landes vermitteln.“

Zusammenfassend sind sich alle genannten Organisationen und der Landesrat für Landwirtschaft und Gemeinden darüber einig: „Dass es zielführend und sinnvoll ist, über die Zukunft der Landwirtschaft und des Tourismus offen zu diskutieren, neue Wege zu prüfen und jedem Bauern die Freiheit zu lassen, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten nach seiner persönlichen Überzeugung zu arbeiten. Schließlich sind alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel getestet und gesundheitlich nachweislich unbedenklich. Nicht zielführend, sondern schädlich ist es, die Südtiroler Landwirtschaft und damit einen Teil der Südtiroler Bevölkerung öffentlich zu diskreditieren und damit wirtschaftlichen und sozialen Schaden zu provozieren. Die Zukunft unseres Landes hängt nämlich maßgeblich davon ab, dass wir in demokratischen Sinn Platz für alle Ideen lassen und gemeinsam an der Weiterentwicklung Südtirols arbeiten.“

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