Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) rechnet damit, dass 2017 bis zu 8.000 Tonnen Zwetschgen im Südwesten geerntet und über die genossenschaftlichen Erzeugermärkte in den Verkauf kommen werden. Quelle: Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband

Trotz Ernteausfällen: Zwetschgen aus Baden-Württemberg sind im Handel erhältlich

Die Ernteausfälle in der diesjährigen Zwetschgensaison werden zwar sehr hoch sein, aber nicht so extrem wie bisher angenommen: Der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) rechnet damit, dass 2017 bis zu 8.000 Tonnen Zwetschgen im Südwesten geerntet und über die genossenschaftlichen Erzeugermärkte in den Verkauf kommen werden. Das bedeutet einen Rückgang von 33 Prozent gegenüber dem ebenfalls schon schwachen Zwetschgenjahr 2016. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Jahr mit 20.000 Tonnen Zwetschgen würde der Ausfall bei 60 Prozent liegen. Bisher sind die Schätzungen aufgrund der frostbedingten Schäden an den Zwetschgenbäumen von einem Ernteausfall von bis zu 90 Prozent ausgegangen. Dies wird wohl in dieser Höhe nicht eintreten.

„Die Verbraucher müssen in diesem Jahr nicht auf Zwetschgen aus Baden-Württemberg verzichten“, betont BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser anlässlich der vor kurzem gestarteten Zwetschgensaison. Seit etwa zwei Wochen gelangen die ersten Zwetschgen, insbesondere die Frühsorte „Katinka“, über die badischen Erzeugermärkte in Bruchsal, Oberkirch und Vogtsburg in den Einzelhandel. Auch aus der Bodenseeregion gibt es mittlerweile die ersten Zwetschgen. Ab August beginnt die Hauptsaison mit der Bühler Frühzwetschge und den „Cacaks“-Sorten.

Zwischen dem 19. und 21. April haben Minustemperaturen große Schäden an den in voller Blüte stehenden Zwetschgenbäumen angerichtet. Das baden-württembergische Kabinett hatte die Frostschäden sogar als Naturkatastrophe eingestuft. Die Ausfälle sind je nach Sorte, Blüh- und Wachstumsverlauf sehr unterschiedlich. Bei den Frühsorten werden die größten Ausfälle erwartet. Bei den mengenstärkeren mittleren und späten Zwetschgensorten ab August haben die Selbstheilungskräfte der Natur aus heutiger Sicht noch etwas Boden gut machen können. Sehr unterschiedlich fällt auch die Bilanz der Erzeugerbetriebe aus: Manche müssen einen kompletten Ernteausfall verkraften. Die Betriebe hoffen jetzt, dass bis zum Saisonende im September keine weiteren Ernteausfälle auftreten und die prognostizierten 8.000 Tonnen Zwetschgen geerntet und vermarktet werden können. In Baden-Württemberg werden auf rund 1.500 Hektar Zwetschgen angebaut – das sind etwa 40 Prozent der gesamten deutschen Anbaufläche. Auch deutschlandweit wird mit 60 Prozent weniger Zwetschgen gerechnet.

Quelle: Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband (BWGV)